22. Januar 2018 | „Das Berner Münster muss ausgebaut werden!“ Dies ist die Überzeugung des 1881 gegründeten Berner Münsterbauvereins, der es sich zum Ziel gemacht hat, den seit vier Jahrhunderten unfertigen Münsterturm zu vollenden. Nach intensiven Voruntersuchungen zur Statik, zur Gestaltung und zur Finanzierung des ambitiösen Bauvorhabens nimmt im Sommer 1889 die wiedereröffnete Münsterbauhütte ihre Arbeiten auf. Die gesamte Bauzeit des Turms und die darauf folgenden Restaurierungskampagnen wurden bis 1917 gewissenhaft und detailreich in 88 Bänden protokolliert, sodass heute daraus zahlreiche Rückschlüsse – etwa zu den eingesetzten Materialien, zum Bauprozess oder zu den involvierten Arbeitskräften – gezogen werden können.

Um diese umfassenden Informationen für den laufenden Unterhalt des Münsters nutzen zu können, hat die ARCHEOS GmbH im Auftrag der Berner Münster-Stiftung die Protokollbände digitalisiert und nach 5-jähriger Projektdauer Ende 2017 fertig transkribiert. Wir freuen uns auf die nun folgenden Verortungs- und Auswertungsarbeiten.

22. Dezember 2017 | ARCHEOS erhält immer wieder Anfragen von Vereinen, die sich einem kulturgeschichtlichen Hobby widmen. So wurden wir kürzlich von einem belgischen Verein kontaktiert, der historische Waffen sammelt. Es handelt sich dabei um eine Gruppe von Waffensammlern, die ihr Wissen auch auf einer Webseite verbreiten und so einen Beitrag zum Erhalt des Lütticher Kulturerbes leisten. ARCHEOS konnte im Auftrag des Vereinsverwalters Max Dascotte rekonstruieren, dass eine Karabinerart, mit der sich die Schweizer Armee in den 1850er-Jahren ausgerüstet hat, in der Lütticher Waffenfabrik der Brüder Beuret hergestellt worden ist.

1. Dezember 2017 | Heute tritt das Bauinventar der Stadt Luzern in Kraft. Insgesamt sind über 17 Prozent der Gebäude in der Stadt im kantonalen Bauinventar eingetragen. Ein beeindruckender Wert, der die architektur- und kulturgeschichtliche Bedeutung Luzerns zusätzlich unterstreicht. Die 1116 erhaltenswerten und 799 schützenswerten Inventarobjekte zeigen dabei die vielfältige Baukultur der Stadt auf: Schulhäuser aus verschiedenen Epochen, programmatische Genossenschaftssiedlungen oder einfache Reihenhäuser aus den 1940er-Jahren gehören ebenso zum wertvollen Bestand wie die mondänen Hotelbauten am See oder die eindrücklichen Villen am Hang. ARCHEOS ist stolz, am Bauinventar der Stadt Luzern mitgearbeitet zu haben.

Erkundbar ist das Bauinventar ab dem 9. Dezember auf dem Geoportal des Kantons Luzern; erlebbar mit Spaziergängen durch die verschiedenen Quartiere – es lohnt sich zu jeder Jahreszeit.

22. November 2017 | Immer wieder melden sich Kunden bei uns, die einen handgeschriebenen Text zuhause haben, diesen jedoch nicht lesen können. ARCHEOS liest und erforscht in regelmässigen Abständen sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen – jüngst etwa für die BKW – unleserliche Handschriften.
Ob Sie sich für die eigene Familiengeschichte, alte Verträge oder etwa Tagebücher Ihrer Vorfahren interessieren – ARCHEOS ist Ihnen gerne bei Ihren Nachforschungen behilflich und stellt ein auf Ihre Bedürfnisse abgestimmtes Angebot zusammen. Gerne nehmen wir Ihre Anfrage entgegen.

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30. Oktober 2017 | Martin Gantner, unser Spezialist für baugeschichtliche Forschung stellt sich ab Anfang November 2017 einer neuen Herausforderung: Am Institut für Denkmalpflege und Bauforschung der ETH Zürich schliesst er sich dem Team rund um Prof. Dr.-Ing. Stefan M. Holzer an, um sich der Erarbeitung seiner Dissertation zu widmen. Im Rahmen des SNF-Projektes „Evolution of the wide-span timber roof in northern and central Switzerland 1600-1850“ wird sich Martin künftig mit den Dachwerken der katholischen Kirchen der Innerschweiz beschäftigen.

Wir wünschen ihm alles Gute und danken ihm für sein grosses Engagement und die kompetente Unterstützung in unseren Projekten.

27. September 2017 | In zahlreichen Schweizer Kantonen finden aktuell Feierlichkeiten zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation durch Martin Luther statt. In Bern ist der Startschuss für die Festlichkeiten bereits im vergangenen Herbst mit der Eröffnung der Ausstellung «Söldner, Bilderstürmer, Totentänzer» im Historischen Museum gefallen. Unzählige neue Publikationen und eine Vielfalt von kulturellen Veranstaltungen ergänzen das Angebot zum Jubiläum der Reformation.

Auch die Universität Bern beteiligt sich an der Reformationsforschung und führt im Herbstsemester 2017 einen Kurs mit dem Titel «Die Reformation: Umwertung aller Werte und ungebrochene Kontinuität» durch. Michèle Steiner aus dem ARCHEOS-Team leitet dabei das für die Teilnehmenden des Kurses obligatorische Begleittutorium. Die Studierenden erlernen das grundlegende Handwerk der Geschichtsforschung, erwerben Kenntnisse zum Umgang mit historischen Dokumenten und erhalten Einblicke in verschiedene Hilfswissenschaften der Geschichte.

Bild: Scheibenriss «König Josias lässt die Götzenbilder zerstören» von Niklaus Manuel in der Kirche von Jegenstorf; datiert auf das Jahr 1527.

12. September 2017 | Selten können die Verhältnisse aus früherer Zeit so eindrücklich nachempfunden werden, wie in einem (noch nicht) modernisierten alten Ortskern. Ob von der Landwirtschaft geprägte Zweckbauten wie Speicher oder Ställe, soziokulturelle Funktionsbauten wie Schulhäuser, Kapellen und Kirchen oder verschiedenartige Wohnhäuser: In vielen Schweizer Bergdörfern fühlen sich Besuchende in der Zeit zurückversetzt. Diese baulichen Kulturschätze müssen gehegt und gepflegt und besonders vor dem Verfall geschützt werden. Dies stellt keine leichte Aufgabe dar, denn der Mangel an Arbeitsplätzen, eine dezentrale Lage und eine wenig attraktive Infrastruktur bewirken, dass viele Bauten in den Dörfern leer bleiben und kaum mehr genutzt werden. Dass das Zweitwohnungsrecht diese Situation noch komplexer gestalten kann, ist selbstredend.

Seit am 1. Januar 2016 das Zweitwohnungsgesetz und die Zweitwohnungsverordnung in Kraft getreten sind, ist daher eine möglichst gute Kenntnis der gesetzlichen Rahmenbedingungen immens wichtig, damit nicht mangelndes Wissen oder Fehleinschätzungen die (Um-)Nutzung leerstehender Gebäude zusätzlich verhindern. Auch aus diesem Grund haben sich Dr.  iur. Aron Pfammatter und Prof. Dr. Stephan Wolf dazu entschieden, einen Kommentar zu den neuen rechtlichen Bestimmungen herauszugeben. Mit ihrem Buch Zweitwohnungsgesetz – unter Einbezug der Zweitwohnungsverordnung haben die Herausgeber einen wesentlichen Beitrag zur möglichst sinnvollen und praxisorientierten Umsetzung der rechtlichen Vorgaben geleistet, wovon besonders auch das bauliche Kulturerbe in den Berggebieten profitieren dürfte.

15. August 2017 | Die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK widmet ihre aktuelle Ausgabe von Kunst + Architektur in der Schweiz dem Berner Münster. Dieser Anlass ist gleich zweifach bedeutsam, denn die seit 2014 laufende Restaurierungskampagne am Himmlischen Hof wird dieses Jahr abgeschlossen und zugleich feiert das Chorgewölbe, ein bautechnisches und gestalterisches Meisterwerk, sein 500-jähriges Jubiläum.
Im Rahmen dieser Publikation hat ARCHEOS in einem eigenen Beitrag auf das Desiderat einer systematischen und qualitätvollen Erschliessung der Bild- und Schriftquellen zum Berner Münster hingewiesen. Im Fokus des Artikels «Die Fundamente sind gut, der Mörtel ausgezeichnet.» steht die seit 2012 laufende Erschliessung der Münster-Baujournale. Durch die Transkriptions- und Digitalisierungsarbeiten an den 88 Bänden konnte exemplarisch gezeigt werden, wie aufschlussreich und bedeutsam eine umfassende Aufnahme und interdisziplinäre Auswertung der noch brach liegenden Quellen ist.

16. Juli 2017 | Unter der Regie von Frau Prof. Sibylle Hofer vom Rechtshistorischen Institut der Universität Bern fertigt ARCHEOS jetzt bereits im siebten Jahr Transkriptionen aus dem Nachlass von Eugen Huber an. Der geistige Vater des schweizerischen Zivilgesetzbuches hat nicht nur zahlreiche rechtswissenschaftliche Arbeiten hinterlassen, sondern auch eine Vielzahl an spannenden und berührenden Privatdokumenten. So bietet sich den Forschenden eine geradezu einmalige Gelegenheit, Huber auch über dessen autobiographische Schriften kennezulernen. Im sehr umfangreichen Nachlass befinden sich vielerlei Quellen, die noch nicht ausgewertet worden sind – ein wahres Forschungsdesiderat!

29. Juni 2017 | Vor hundert Jahren wurde die Scintilla AG, heute Teil der Robert Bosch GmbH, gegründet. Mit einer umfangreichen, schön bebilderten Jubiläumsschrift wird die lange Firmengeschichte nun gewürdigt. ARCHEOS hat im Rahmen der Konzeptarbeiten entscheidende Unterstützung geleistet, sodass aus einem umfangreichen und unübersichtlichen Datengewirr letztlich eine qualitätsvolle und zur runden Feier angemessene Publikation entstanden ist. Seit Ende Juni 2017 ist die qualitätsvolle Jubiläumsschrift aus dem NZZ Libro Verlag im Buchhandel erhältlich.