Eugen Huber ist bekannt als Schöpfer des Schweizerischen Zivilgesetzbuches. In verschiedenen Forschungsprojekten des rechtshistorischen Instituts der Universität Bern werden Hubers wissenschaftliche Beiträge schrittweise und systematisch untersucht und ausgewertet. Im Nachlass von Huber finden sich aber auch private Schriften, aus denen wertvolle Informationen über sein Schaffen gezogen werden können.

ARCHEOS transkribiert seit 2011 Briefe, die Huber von 1910 bis 1917 in Form eines Tagebuchs an seine tote Frau geschrieben hat. Er hat damit einerseits die Gespräche mit seiner geliebten Frau fortgesetzt und zugleich der Trauer über ihren Tod Ausdruck gegeben. Mit den Transkriptionsarbeiten eröffnet ARCHEOS für die Nachwelt nicht nur einen spannenden und berührenden Blick in Hubers Privatleben, sondern legt auch wertvolle Erkenntnisse zu seinem rechtswissenschaftlichen Wirken offen.

Die eigene Familiengeschichte ist oft nur schwer zu rekonstruieren und verbleibt häufig im Dämmerlicht der Anekdoten und Halbwahrheiten. Umso schöner ist der Glücksfall, wenn jemand in der Familie über Tagebücher, Briefe oder andere Schätze der Vergangenheit wacht, diese hütet und für die nachfolgenden Generationen bewahrt. ARCHEOS transkribiert gegenwärtig einen umfassenden Privatbriefbestand, wodurch Vergessenes erinnert wird und wertvolle Aspekte einer Familiengeschichte wieder zugänglich werden.

René Hell, der Präsident des Marzili-Dalmazi-Leists, kam 2010 mit einer Anfrage zu ARCHEOS. Im Gepäck hatte er drei unscheinbare Bücher, die offensichtlich bereits einige Jahre auf dem Buckel hatten. Nach kurzem Gespräch wurde klar, dass es sich dabei um Zeitzeugen aus der Gründungszeit des Marzili-Dalmazi-Leists handelte – also um kulturhistorische Schätze.

Der Marzili-Dalmazi-Leist hatte beschlossen, die in Kurrentschrift verfassten Protokollbände zu den ersten Leistsitzungen transkribieren zu lassen. Mit der Annahme des Auftrags begann für ARCHEOS eine spannende Zeitreise ins Marzili-Dalmazi-Quartier in der bewegten Zeit zwischen 1877 und 1933. Die gewissenhaft geführten Sitzungsprotokolle dokumentieren auf eindrückliche Art und Weise das Quartierleben in Bern um 1900. Sie sind heute über die Webseite des Leists frei zugänglich.