Als Archäologe war der 2016 verstorbene Gerd Graeser vielen ein Begriff. Dass er zugleich auch passionierter Ethnologe und Sammler war, ist weniger bekannt. Wie wichtig ihm diese Sammelleidenschaft war, davon zeugt die Stiftung Graeser-Andenmatten. Ihr hat er seinen Nachlass vermacht, zu dem nicht nur ein paar Porzellantassen oder Briefmarken gehören. Mit Leidenschaft hat er Spielzeugautos in allen Formaten, Brettspiele, Bücher, Puppen und vieles Weiteres mehr gesammelt. ARCHEOS ist gespannt, welche Überraschungen das enorm umfangreiche Sammelsurium noch bereit hält. Beim Aufräumen und Inventarisieren der Sammlung im Kulturgüterschutzraum in Binn (VS) ist bereits das eine oder andere Prunkstück ans Tageslicht gekommen.
Die Kantonale Denkmalpflege Uri ist seit 2014 bestrebt die Schutzinventare der Urner Gemeinden auf den aktuellen Stand zu bringen. Unter Berücksichtigung der neusten Forschungserkenntnisse sowie der zwischenzeitlich erstellten Zusatzinventare werden die einzelnen Gemeinden aufdatiert. ARCHEOS unterstützt die Kantonale Denkmalpflege Uri und überarbeitet das Schutzinventar der Gemeinde Altdorf. Die in Kraft gesetzten Inventare werden fortlaufend im Kantonalen Schutzinventar publiziert und sind öffentlich einsehbar.
Zum Bild: Wilhelm-Tell-Denkmal auf dem Rathausplatz in Altdorf (Bild: H.Grob, Wikimedia, CC)
Der Verein aarkultur setzt sich für das kulturelle Erbe von Aarberg ein. Mit Ausstellungen, Vernissagen und anderen kulturellen Anlässen tragen die Aarberger tatkräftig dazu bei, dass Meilensteine und Prunkstücke ihrer Geschichte erhalten bleiben und neu aufblühen. Für das Frühjahr 2020 plant der Verein nun die Würdigung eines ihrer Bürger. Dem ehemaligen Aarberger Nationalrat und Bauunternehmer Hans Müller (1893-1971) wird eine Broschüre gewidmet, in der sein Leben und Wirken für die Nachwelt festgehalten werden soll. ARCHEOS ist für die Gesamtkoordination des Projekts und die inhaltliche Erarbeitung der Broschüre verantwortlich.
Im Auftrag des Bundesamtes für Bauten und Logistik BBL erschliesst ARCHEOS rund 2’200 Pläne zum Bundesgerichtsgebäude in Lausanne. Die grösstenteils aus der Bauzeit stammende Sammlung (1920er-Jahre) wird mittels Signaturen und einem entsprechenden Findmittel erschlossen und fotografiert. Im Datenbank kompatiblen Findmittel werden Plantitel, Nummer und Datum sowie die jeweilige Mappe (Standort) erfasst. Eine besondere Herausforderung bei den Erschliessungsarbeiten stellt der sehr heterogene Bestand – die Masse reichen von 20cm x 30cm bis 2m x 3m – und der Teils kritische Erhaltungszustand der Pläne dar. Diese Rahmenbedingungen hätten eine Digitalisierung mittels Scannern enorm verkompliziert, teilweise verunmöglicht. So ist das gewählte Erschliessungsverfahren nicht nur effizienter, sondern auch sicherer für den eindrücklichen Bestand.
Die laufend erforderlichen Restaurierungsarbeiten am Berner Münster sind jeweils mit einer minutiösen und sorgfältigen Planung verbunden. Die letzten Vorarbeiten zeigten, dass neben der exakten Aufnahme des Ist-Zustands auch ein Blick in die Archive lohnenswert ist. So konnte durch die interdizisplinäre Zusammenarbeit von Bau- und Quellenforschung die Baugeschichte einzelner Bereiche rekonstruiert werden. In glücklichen Fällen lassen sich beispielsweise wertvolle Hinweise über Herkunft und Art der verwendeten Steine oder über einzelne Handwerker finden.
Da demnächst die Restaurierung des nördlichen Westportals ansteht, erstellt ARCHEOS eine baugeschichtliche Chronologie dieses Bauteils. Dies geschieht mittels einschlägiger Quellen aus verschiedenen Berner Archiven und der Recherche aus den erschlossenen Baujournalen der Münsterbauhütte (1889-1917). Da ARCHEOS zur Zeit auch die Münster-Fotos aus dem Berner Kunstdenkmälerbestand digitalisiert, kann nun auch effizient und ertragreich auf diese Quelle zurückgegriffen werden.
Die Schulhausanlage Staffeln im Luzerner Stadtteil Littau entstand ab 1952/53 in drei Etappen und zeigt sich als zeittypisch gestaltete, mehrfach geknickte Anlage, die sich gelungen in die Umgebung einbettet. Seit 2008 wurden jedoch Klagen über Geruchsemissionen, die gesundheitliche Beschwerden auslösen sollen, laut. Daraufhin wurde eine Sanierung des Gebäudes beschlossen und im Jahr 2012 durchgeführt – allerdings ohne den gewünschten Erfolg. Da die Klagen nicht abnahmen und der Druck in der Öffentlichkeit immer grösser wurde, blieb 2014 letztlich nur die Schliessung des Schulhauses (Schweiz aktuell widmete den Vorgängen einen eigenen Beitrag).
Nach diversen Überprüfungen entschied man sich schliesslich für einen Neubau und führte einen Projektwettbewerb durch, der im Mai 2016 von den Blättler Dafflon Architekten AG Zürich und der Balliana Schubert Landschaftsarchitekten AG Zürich gewonnen wurde. Die Sieger haben sich mit ihrem Projekt Dodes’Ka-Den gegen 81 Mitbewerber durchgesetzt. Am 26. November 2017 hat das Stadtluzerner Stimmvolk an der Urne den Kredit für den Schulhausneubau gutgeheissen, was gleichzeitig auch das definitive Ende der bestehenden Schulanlage bedeutete. Im Frühjahr 2018 konnte nun mit dem Rückbau des Schulhauses begonnen werden.
Da das Schulhaus des Architekten Heinrich Auf der Maur im Bauinventar des Kantons Luzern als erhaltenswert eingestuft ist, soll die Anlage vor der Abtragung sorgfältig erfasst werden. Die ARCHEOS GmbH hat sich dieser Aufgabe angenommen und erstellt eine Dokumentation der komplexen Schulanlage. Dabei werden die verschiedenen Räumlichkeiten fotografisch dokumentiert, beschrieben und gewürdigt, sodass wichtige Informationen zum Objekt auch in Zukunft zugänglich sind.
Der Erner Gemeinderat hat beschlossen das kulturhistorische Angebot der Gemeinde in einem Museumsführer zu vereinen. ARCHEOS übernimmt nicht nur die konzeptionelle Planung des Projekts, sondern bringt auch das bestehende Text- und Bildmaterial auf einen aktuellen Stand. Ab 2018 können Interessierte den kleinen aber feinen Museumsführer im Erner Tourismusbüro gegen ein kleines Entgelt erwerben. Darin werden nicht nur Informationen zur neuen Ausstellung im Zehndenratshaus, sondern auch über die prächtige Kirche, den einzigartigen Erner Galgen und das museal gestaltete Jost-Sigristen-Haus zu finden sein.
Die Baujournale der Münsterbauhütte Bern dokumentieren für die Phase von 1889 bis 1917 in 88 Bänden minutiös alle am Münster durchgeführten Arbeiten. Seit 2012 transkribiert und erfasst ARCHEOS in Zusammenarbeit mit der Häberli Architekten AG diese Baujournale. Die vor allem in den älteren Bänden mit Kurrentschrift festgehaltenen Informationen können damit lesbar dargestellt werden. Daneben werden die Baujournale fortlaufend fotografiert und in Form von PDF-Dokumenten zugänglich gemacht. So können die über 100-jährigen Bücher fachgerecht eingelagert und gleichzeitig deren wertvoller Inhalt für die Forschung erschlossen werden.
Berner Münster-Stiftung
BMS_Tätigkeitsbericht_2013_Auszug
BMS_Tätigkeitsbericht_2014_Auszug
Der Luzerner Kantonsrat hat 2009 die Schaffung eines lückenlosen, kantonalen Bauinventars beschlossen. Entsprechend wird seit dem Frühling 2010 durch die Denkmalpflege der gesamte Baubestand des Kantons Luzern gemeindeweise erfasst, beschrieben und bewertet. Dabei gehört die Stadt Luzern mit ihrer Altstadt, den mondänen Hotelbauten am See, den grossbürgerlichen Villen am Musegg-, Säli- und Dreilindenhügel und den vielen herausragenden Mietspalästen aus der Zeit um 1900 im Hirschmatt- und Bruchquartier zu den bedeutendsten historischen Ortsbildern der Schweiz. Im Rahmen einer Projektmitarbeit begleitet ARCHEOS die Redaktionsarbeiten zum Bauinventar der Stadt Luzern und ist gleichzeitig zuständig für die Bearbeitung der rund 300 städtischen Schutzobjekte. Die Inkraftsetzung des Bauinventars der Stadt Luzern ist auf den Dezember 2017 geplant.
Die Gemeinde Ernen hat beschlossen, das Zendenrathaus aus den 1750er-Jahren mit einer neuen Ausstellung zu bespielen. ARCHEOS leistet die erforderlichen konzeptionellen Vorarbeiten, sodass die Besucherinnen und Besucher ab Mai 2017 spannende Informationen über die Erner Vergangenheit entdecken können. Im ehemaligen Gerichtshaus werden die Hexenverfolgung im Wallis, die mittelalterliche Rechtspraxis und die Bündnispolitik Ernens im Fokus stehen.
